Liestal, Mai 2011

Heute ist mein 5.Geburtstag! Ich war schon sehr aufgeregt während der letzten Woche. Wir haben meinen Geburtstag gestern vorgefeiert - auch Grösi und Grossvater kamen zu Besuch, um mitzufeiern. Ich hatte mir Spaghetti als Geburtstagsessen gewünscht, als Nachspeise gab es Wasserglacé. Das Ende des Mittagessens konnte ich kaum erwarten, weil ich danach endlich meine Geschenke auspacken durfte. Ich hatte mir ein Feuerwehrset von Lego gewünscht und das auch bekommen, dazu noch eine kleine Lego-Rakete, ein Polizeiauto und Geld. Bis zur Geburtstagsjause war ich dann mit dem Zusammenbauen des Legos beschäftigt. Das meiste davon hab ich ganz alleine nach der Anleitung gebaut. Zum Zvieri gab es eine Biskuittorte in Burgform mit Fahnen und 5 Kerzen drauf, eine Himbeercreme und Kindersekt.
Heute habe ich dann noch in der Kinderkrippe Geburtstag feiern dürfen. Dafür hat Mama eine zweite Biskuitburg gebacken.




Unsere Sommerferien haben wir 2010 wieder in Österreich verbracht. In der ersten Ferienwoche waren wir auf einem Reiterhof. Für meine beiden Schwestern waren je 10 Reitstunden gebucht und ich fand es schon am 2.Tag sehr gemein, dass ich noch zu klein sein sollte fürs Reiten! So fragten Mama und Papa nach, ob ich nicht mal Ponyreiten könnte. Die Hofbesitzerin meinte dann aber, mit 4 Jahren wäre ich gross genug, um bereits an der Longe zu reiten. Im Hoffundus fanden wir dann tatsächlich ein paar Reitstiefel in Schuhgrösse 29 für mich und einen passenden Helm. Danach konnte es auch für mich losgehen - einmal pro Tag durfte ich für eine halbe Stunde aufs Pferd. Ich bekam jeweils Falco oder Amy zugeteilt. Die restliche Zeit verbrachte ich bei den Katzen, beim Planschen im Pool oder mit Trampolinspringen und Tischfussball spielen. Ich hatte zusammen mit meinen Schwestern ein Zimmer, Mama und Papa schliefen gleich nebenan. Das Essen schmeckte mir dort auch wunderbar, nur hatte ich leider schon grosse Bauchprobleme und wir wussten damals noch nicht warum. Aber das ist eine andere Geschichte! Besonders interessiert beobachtete ich die wenigen anderen Buben dort, die jedoch unter den vielen Mädchen eher Ausnahmeerscheinungen waren. Nach einer Woche fuhren wir nach dem Mittagessen gemütlich ins Salzkammergut weiter. Wir besuchten die Urliopas und andere Verwandte und Bekannte. Das Wetter spielte da nicht mehr besonders mit, aber immerhin haben wir den einen oder anderen Ausflug inkl. Füsse im See planschen lassen machen können. Wenn nur die faden und ewig langen Autofahrten auf der Hin- und Rückreise nicht wären, dann würden meine Schwestern und ich noch viel lieber verreisen!





Heuer war es erneut für kurze Zeit wieder so richtig Winter hier bei uns. Sobald die ersten Schneeflocken zu sehen waren, mussten wir gleich raus in den Garten und einen Schneemann bauen. Bald konnten wir Schlitteln gehen. Wie schon letztes Jahr war ich sehr faul, was das Hochziehen des Schlittens anbelangt. Zum Glück hat das immer Xenia übernommen. Ich fand es mühsam genug, mich selbst in dieser komischen Astronautenkleidung den Hügel hochzuhieven. Diese An- und Auszieherei im Winter finde ich echt nervig. Wir waren heuer wie schon letztes Jahr zweimal Eislaufen. Meine beiden Schwestern können inzwischen selbst in der Gegend rumkurven, bei mir klappt das noch nicht. So schnell kann ich gar nicht schauen, liege ich schon wieder wie ein zappelnder Käfer auf dem Rücken. Auch mit dem Böckli zum Festhalten überstellt es mich, wenn nicht Papa oder Mama mithelfen. Ich finde es trotzdem lustig und vielleicht lerne ich das Eislaufen ja dann im nächsten Winter?


Da wir uns in den letzten Jahren nur für die Schoggistücke am Weihachtsbaum und für den Baum selbst überhaupt nicht interessiert haben, gab es diesmal eine Neuerung: wir hatten keinen Weihnachtsbaum mehr. Stattdessen gab es einen Baum aus Stoff, auf den wir Schokoladestücke hängen konnten. Meine beiden Schwestern haben noch lange Luftmaschenketten aus schöner Wolle gehäkelt und darin haben wir die Christbaumkugeln eingehängt. Die Vorbereitungen am 24. Dezember waren somit sehr schnell abgeschlossen. Wie immer dauerte der Nachmittag ewig und drei Tage und je länger wir warten mussten, desto gereizter wurden wir. Aber auch der längste Tag hat zum Glück irgendwann ein Ende. Ich weiss inzwischen, dass die Geschenke von den Eltern und Grosseltern kommen - das mindert die Spannung aber kein bisschen. Als endlich das Abendessen beendet, der Tisch gesäubert und das Glöckchen erklungen war, wollte ich mich gleich auf die Geschenke stürzen. Aber nein - das war verboten. Und während der folgenden halben Stunde hätte ich meine beiden Schwestern am liebsten in die Wüste geschickt! Die beiden lasen zunächst die Weihnachtsgeschichte vor - zugegebenermassen konnten sie dafür nichts, das gehört zum Pflichtprogramm. Doch danach sagten sie endlos lange Gedichte auf und zu allem Überdruss sangen sie dann auch noch mehrere Lieder. Das empfand ich als pure Quälerei. Ich konnte absolut nicht verstehen, dass sie sich da keinerlei Abkürzungen einfallen liessen! Als ich endlich meine Geschenke auspacken durfte, kamen ein Piratenschiff samt Mannschaft und ein Polizeiauto zum Vorschein, beides hatte ich mir gewünscht.


Vor ziemlich genau einem Jahr schien ich plötzlich jeden Abend Durchfall zu haben. Nachdem das nicht mehr weg ging, schauten wir bei der Kinderärztin vorbei. Die schickte uns jedoch sofort weiter zu einem anderen Arzt. Bis Ende 2010 wurde eine ganze Reihe Tests mit mir gemacht: zweimal Bluttest, ein Laktoseintoleranztest, eine Ultraschalluntersuchung, eine Magen-Darm-Spiegelung und Diäten. Wie es aussieht, sind alle meine Darmprobleme durch Allergien und Unverträglichkeiten bedingt. Ich muss jetzt schon seit mehreren Monaten vollständig auf jegliche Milchprodukte und auf alle Produkte, die Laktose beinhalten, verzichten. Das ist nicht immer einfach für mich, manchmal packt mich deswegen ganz schön die Wut. Soja probieren wir gerade vorsichtig aus, bisher vertrage ich die Sojaprodukte aus dem Reformhaus. Mama muss nun viele Sachen für mich im Reformhaus kaufen - die Milchprodukte ersetzen wir so gut wie möglich durch Produkte aus Hafer. Am meisten vermisse ich mein Joghurt zum Frühstück und die Mehlspeisen mit Topfen! Ich muss nun auch meistens mein Essen für die Kinderkrippe von daheim mitbringen. Obwohl wir sehr gut aufgepasst haben mit den Nahrungsmitteln war bis Mitte März mein Darm nicht in Ordnung. Ich hatte diesen Winter wieder meinen blöden Husten und Schnupfen. Als nach vielen vielen Wochen der Husten wegging, besserte sich auch mein Darm. Seither ist die Lage stabil abgesehen von einzelnen Ausrutschern. Nun müssen wir nächsten Winter schauen, dass die Bronchien nicht wieder meinen Darm in Mitleidenschaft ziehen!


Ich bin noch immer ein grosser Feuerwehr- und Piratenfan. Meistens spiele ich jetzt aber bei den Rollenspielen meiner Schwestern mit - sofern sie mich lassen. Die einfacheren Legosachen kann ich inzwischen alleine nach einer vorgegebenen Anleitung zusammenbauen. Da ich schon gut zählen und sogar ein kleines bisschen rechnen kann, spielen wir manchmal Brettspiele. Bei Logikspielen stelle ich mich auch recht geschickt an. Natürlich habe ich auch einige sehr gute Ideen, die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass Mama und Papa die gar nicht gut finden. Dann gibt es mitunter Krach daheim. Xenia ist meine Lieblingsschwester, wenn sie mich wegschickt, weil sie wegen irgendetwas giftig ist, dann ist das immer ein kleiner Weltuntergang für mich. Zum Glück ist sie meistens nicht lange stinkig!
In der Kinderkrippe spiele ich am liebsten mit Tim, Alex und Svenja. Ich freue mich aber jetzt schon sehr auf den Kindergarten - denn dort gibt es keine Babies mehr! Das Geschrei der Babies in der Krippe nervt mich nämlich - die können so unheimlich laut sein dass ich mir die Ohren zuhalten muss. Ich hab sicher nie so einen Krawall gemacht! Und wenn sie dann krabbeln oder sogar laufen können, dann wollen sie immer mit dabei sein. Wir Grossen haben zwar unsere eigenen Spielzimmer bekommen, wo die Babies nicht hinkönnen, aber dann stehen sie vor den geschlossenen Gittern und motzen rum. Öfters mal darf ich aber auch drinnen bleiben und mit einer Praktikantin basteln während die anderen rausgehen. Ich gehe jetzt nur noch 7 Wochen lang in die Kinderkrippe, danach habe ich genauso wie meine beiden Schwestern lange Sommerferien und Mitte August beginnt für mich mit dem 1.Kindergartenjahr die offizielle Schulzeit. Einen Chindsgirucksack habe ich mir schon vor Wochen aussuchen dürfen, der wartet nun auf seinen Einsatz.


Inzwischen schreibe ich schon wunderschöne Buchstaben und auch Zahlen. Zeichnungen werden von mir fast immer signiert und meistens steht auch drauf, für wen die Zeichnung gedacht ist. Für Papa male ich gerne Eulen, weil das sein Lieblingstier ist. Ich kenne diejenigen Buchstaben gut, die ich am öftesten benütze: "L", "I", "N", "U", "S", "O", "E", "X", "A", "Z", "M", "P". Bei allen anderen muss ich vorher meistens nachfragen. Immerhin hatte ich meinen Wunschzettel für Weihnachten ganz alleine geschrieben: da standen vier Sachen drauf, drei hat Mama problemlos verstanden. Beim vierten musste ich sie aufklären und auch ihr dürft jetzt raten: was hatte ich wohl mit "KAPOI" gemeint? Und stellt euch vor, obwohl ich genau erklärt habe, was ich meine, habe ich es letztendlich trotzdem nicht gekriegt.
Im Fernsehen schaue ich gerne Tierfilme an. Deswegen weiss ich ganz genau was eine Seewespe ist, oder ein Hammerhai. Ich liebe Marvi Hämmer und seine Sendungen. Wenn ich gross bin möchte ich Tierforscher werden, oder Astronaut, oder Bauarbeiter oder was auch immer mir gerade in den Sinn kommt!

Zu meinen grossen Leidenschaften gehörte im letzten Jahr weiterhin das Malen: bevorzugte Motive waren Piraten, Schiffe, Tiere und Flugzeuge.


So, das war es für diesmal. Zum Abschluss verraten wir Euch meine Masse: ich bin etwa 20.5kg schwer und 114 cm gross.