Heute ist mein 5.Geburtstag! Ich war schon sehr aufgeregt während der letzten Woche. Wir
haben meinen Geburtstag gestern vorgefeiert - auch Grösi und Grossvater kamen
zu Besuch, um mitzufeiern. Ich hatte mir Spaghetti als Geburtstagsessen gewünscht, als
Nachspeise gab es Wasserglacé. Das Ende des Mittagessens konnte ich kaum erwarten, weil
ich danach endlich meine Geschenke auspacken durfte. Ich hatte mir ein Feuerwehrset von
Lego gewünscht und das auch bekommen, dazu noch eine kleine Lego-Rakete, ein Polizeiauto
und Geld. Bis zur Geburtstagsjause war ich dann mit dem Zusammenbauen des Legos beschäftigt.
Das meiste davon hab ich ganz alleine nach der Anleitung gebaut. Zum Zvieri gab es eine
Biskuittorte in Burgform mit Fahnen und 5 Kerzen drauf, eine Himbeercreme und Kindersekt.
Unsere Sommerferien haben wir 2010 wieder in Österreich verbracht. In der ersten Ferienwoche
waren wir auf einem Reiterhof. Für meine beiden Schwestern waren je 10 Reitstunden gebucht
und ich fand es schon am 2.Tag sehr gemein, dass ich noch zu klein sein sollte fürs Reiten!
So fragten Mama und Papa nach, ob ich nicht mal Ponyreiten könnte.
Die Hofbesitzerin meinte dann aber, mit 4 Jahren wäre ich gross genug, um bereits an der Longe
zu reiten. Im Hoffundus fanden wir dann tatsächlich ein paar Reitstiefel in Schuhgrösse 29
für mich und einen passenden Helm. Danach konnte es auch für mich losgehen - einmal pro Tag
durfte ich für eine halbe Stunde aufs Pferd. Ich bekam jeweils Falco oder Amy zugeteilt. Die
restliche Zeit verbrachte ich bei den Katzen, beim Planschen im Pool oder
mit Trampolinspringen und Tischfussball spielen. Ich hatte zusammen mit meinen Schwestern
ein Zimmer, Mama und Papa schliefen gleich nebenan. Das Essen schmeckte mir dort auch
wunderbar, nur hatte ich leider schon grosse Bauchprobleme und wir wussten damals noch
nicht warum. Aber das ist eine andere Geschichte! Besonders interessiert beobachtete ich
die wenigen anderen Buben dort, die jedoch unter den vielen Mädchen eher Ausnahmeerscheinungen
waren. Nach einer Woche fuhren wir nach dem Mittagessen gemütlich ins Salzkammergut weiter.
Wir besuchten die Urliopas und andere Verwandte und Bekannte. Das Wetter spielte da nicht
mehr besonders mit, aber immerhin haben wir den einen oder anderen Ausflug inkl. Füsse im
See planschen lassen machen können. Wenn nur die faden und ewig langen Autofahrten auf der Hin- und
Rückreise nicht wären, dann würden meine Schwestern und ich noch viel lieber verreisen!
Heuer war es erneut für kurze Zeit wieder so richtig Winter hier bei uns.
Sobald die ersten Schneeflocken zu sehen waren, mussten wir gleich raus in den Garten
und einen Schneemann bauen. Bald konnten wir Schlitteln gehen.
Wie schon letztes Jahr war ich sehr faul, was das Hochziehen des Schlittens anbelangt.
Zum Glück hat das immer Xenia übernommen. Ich fand es mühsam genug, mich selbst in
dieser komischen Astronautenkleidung den Hügel hochzuhieven. Diese An- und Auszieherei
im Winter finde ich echt nervig. Wir waren heuer wie schon letztes Jahr zweimal Eislaufen.
Meine beiden Schwestern können inzwischen selbst in der Gegend rumkurven, bei mir
klappt das noch nicht. So schnell kann ich gar nicht schauen, liege ich schon wieder
wie ein zappelnder Käfer auf dem Rücken. Auch mit dem Böckli zum Festhalten überstellt
es mich, wenn nicht Papa oder Mama mithelfen. Ich finde es trotzdem lustig und
vielleicht lerne ich das Eislaufen ja dann im nächsten Winter?
Da wir uns in den letzten Jahren nur für die Schoggistücke am Weihachtsbaum und für den
Baum selbst überhaupt nicht interessiert haben, gab es diesmal eine Neuerung: wir
hatten keinen Weihnachtsbaum mehr. Stattdessen gab es einen Baum aus Stoff, auf den
wir Schokoladestücke hängen konnten. Meine beiden Schwestern haben noch lange Luftmaschenketten
aus schöner Wolle gehäkelt und darin haben wir die Christbaumkugeln eingehängt. Die
Vorbereitungen am 24. Dezember waren somit sehr schnell abgeschlossen.
Wie immer dauerte der Nachmittag ewig und drei Tage und je
länger wir warten mussten, desto gereizter wurden wir. Aber auch der längste Tag hat zum
Glück irgendwann ein Ende. Ich weiss inzwischen, dass die Geschenke von den Eltern und
Grosseltern kommen - das mindert die Spannung aber kein bisschen. Als endlich das Abendessen
beendet, der Tisch gesäubert und das Glöckchen erklungen war, wollte ich mich gleich
auf die Geschenke stürzen. Aber nein - das war verboten. Und während der folgenden halben
Stunde hätte ich meine beiden Schwestern am liebsten in die Wüste geschickt! Die beiden
lasen zunächst die Weihnachtsgeschichte vor - zugegebenermassen konnten sie dafür nichts,
das gehört zum Pflichtprogramm. Doch danach sagten sie endlos lange Gedichte auf und
zu allem Überdruss sangen sie dann auch noch mehrere Lieder. Das empfand ich als pure
Quälerei. Ich konnte absolut nicht verstehen, dass sie sich da keinerlei Abkürzungen
einfallen liessen! Als ich endlich meine Geschenke auspacken durfte, kamen ein
Piratenschiff samt Mannschaft und ein Polizeiauto zum Vorschein, beides hatte ich mir
gewünscht.
Vor ziemlich genau einem Jahr schien ich plötzlich jeden Abend Durchfall zu haben. Nachdem
das nicht mehr weg ging, schauten wir bei der Kinderärztin vorbei. Die schickte uns jedoch
sofort weiter zu einem anderen Arzt. Bis Ende 2010 wurde eine ganze Reihe Tests mit mir
gemacht: zweimal Bluttest, ein Laktoseintoleranztest, eine Ultraschalluntersuchung,
eine Magen-Darm-Spiegelung und Diäten. Wie es aussieht, sind alle meine Darmprobleme
durch Allergien und Unverträglichkeiten bedingt. Ich muss jetzt schon seit mehreren Monaten vollständig
auf jegliche Milchprodukte und auf alle Produkte, die Laktose beinhalten, verzichten. Das
ist nicht immer einfach für mich, manchmal packt mich deswegen ganz schön die Wut. Soja
probieren wir gerade vorsichtig aus, bisher vertrage ich die Sojaprodukte aus dem
Reformhaus. Mama muss nun viele Sachen für mich im Reformhaus kaufen - die Milchprodukte
ersetzen wir so gut wie möglich durch Produkte aus Hafer. Am meisten vermisse ich mein
Joghurt zum Frühstück und die Mehlspeisen mit Topfen! Ich muss nun auch meistens mein Essen
für die Kinderkrippe von daheim mitbringen. Obwohl wir sehr gut aufgepasst haben mit den
Nahrungsmitteln war bis Mitte März mein Darm nicht in Ordnung. Ich hatte diesen Winter
wieder meinen blöden Husten und Schnupfen. Als nach vielen vielen Wochen der Husten wegging,
besserte sich auch mein Darm. Seither ist die Lage stabil abgesehen von einzelnen
Ausrutschern. Nun müssen wir nächsten Winter schauen, dass die Bronchien nicht wieder
meinen Darm in Mitleidenschaft ziehen!
Ich bin noch immer ein grosser Feuerwehr- und Piratenfan. Meistens spiele ich jetzt aber
bei den Rollenspielen meiner Schwestern mit - sofern sie mich lassen. Die einfacheren
Legosachen kann ich inzwischen alleine nach einer vorgegebenen Anleitung zusammenbauen.
Da ich schon gut zählen und sogar ein kleines bisschen rechnen kann, spielen wir
manchmal Brettspiele. Bei Logikspielen stelle ich mich auch recht geschickt an.
Natürlich habe ich auch einige sehr gute Ideen, die sich vor allem dadurch auszeichnen,
dass Mama und Papa die gar nicht gut finden. Dann gibt es mitunter Krach daheim.
Xenia ist meine Lieblingsschwester, wenn sie mich wegschickt, weil sie wegen
irgendetwas giftig ist, dann ist das immer ein kleiner Weltuntergang für mich. Zum
Glück ist sie meistens nicht lange stinkig!
Inzwischen schreibe ich schon wunderschöne Buchstaben und auch Zahlen. Zeichnungen werden
von mir fast immer signiert und meistens steht auch drauf, für wen die Zeichnung gedacht ist.
Für Papa male ich gerne Eulen, weil das sein Lieblingstier ist. Ich kenne diejenigen
Buchstaben gut, die ich am öftesten benütze: "L", "I", "N", "U", "S", "O", "E", "X", "A",
"Z", "M", "P". Bei allen anderen muss ich vorher meistens nachfragen. Immerhin hatte ich
meinen Wunschzettel für Weihnachten ganz alleine geschrieben: da standen vier Sachen drauf,
drei hat Mama problemlos verstanden. Beim vierten musste ich sie aufklären und auch ihr
dürft jetzt raten: was hatte ich wohl mit "KAPOI" gemeint? Und stellt euch vor, obwohl
ich genau erklärt habe, was ich meine, habe ich es letztendlich trotzdem nicht gekriegt.
So, das war es für diesmal. Zum Abschluss verraten wir Euch meine Masse: ich
bin etwa 20.5kg schwer und 114 cm gross.